
Leben ist tödlich, [doch] ich lebe [immer noch]1
Leben bedeutet Schmerz, alle wenden ihre Augen ab
Verrat, Eifersucht, Lügen, Entzug2
Eine Liebesnacht kann diese Wunden nicht heilen3
Diese allbekannte Melodie kann mein Herz nicht umwandeln
Jedermann scheint so rein wie ein Welpe (zu sein)
Aber ohne ihr Wissen, wurde diese Reinheit beschmutzt
Verlassen, betrügen, vertraut werden4
Die erste Lüge hat den Sonnenschein dieses Tages befleckt
Die Nichtigkeit des Ansehens ist ein in Trauer besungener (guter) Name
Die sanfte Brise lässt meinen Körper erschaudern
Jedermann, alle müssen Schmerz ertragen
Wenn wir unsere Wunden lecken, können wir ihn vielleicht vergessen
Sogar du und ich verbergen unsere Ängste
Wenn wir einander nur für einen Moment umarmen, können wir sie womöglich vergessen
Ah, tötet das Ego den Willen zu leben in einer Welt voller toter Träume?
Idiotisch
Jedermann, alle müssen Schmerz ertragen
In sternenlosen Nächten murre ich vor Verlangen
Und dennoch graut immer wieder ein neuer Morgen
Das Morgenrot enthüllt die Wahrheit
Ich muss sie auf mich nehmen, die Leere, die ist wie der Himmel5
Nur, ich sollte geliebt haben, nur einmal
Leben ist Schmerz, alle müssen sich sich selber stellen

1 Der Titel “shisei, inochi ari” war nicht leicht zu übersetzen. Doch dann hab ich mich für diese Version entschieden, weil ich sie mag und weil sie, wie ich finde, zum Text passt. Die Worte in den Klammern stehen da eigentlich nicht, aber ich benutze sie, um hervorzuheben, dass das lyrische Ich immer noch am Leben ist.
2 Hier wohl im Sinne von Liebesentzug.
3 Das hier verwendete Kanji liest sich “iyasenai” = “kann nicht geheilt werden“. Tatsurou singt allerding “hakusenai” = “ist keine Gewohnheit”. So, wie er gesungen wird, würde der Satz also lauten: „Eine Liebesnacht verursacht keine Wunden“.
4 Diese Zeile gefällt mir. Eine Beschreibung von jemandem, der seinen Partner/seine Partnerin betrügt – und das in nur drei Worten.
5 Hier bezieht er sich wohl auf die vorher besungene “sternenlose Nacht“.
Übersetzt von Eurydike.
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